Dienstag, 20. November 2012

PR und Shitstorms

Die PR-Welt ist in Aufruhr: Plötzlich gibt es keine "Gatekeeper" (= Journalisten) mehr, die es Unternehmen erschweren, ihren (potentiellen) Kunden Informationen aller Art zukommen zu lassen. Social Media hat quasi die Torsperre aufgehoben, wie sie in mittelalterlichen Städten üblich war. Endlich können die Konsumenten direkt angesprochen und Werbebotschaften übermittelt werden, kostenlos und ohne die vorherige Überzeugung von Journalisten. Schöne neue Social Media-Welt.

Aber Konsumenten haben ebenfalls etwas zu sagen und das Tor ist auch von der anderen Seite bedeutend durchlässiger geworden. Sogar große Konzerne finden sich in einem "Shitstorm" (Anglizismus des Jahres 2011) wieder und an den virtuellen Pranger gestellt, um bei dem mittelalterlichen Bild zu bleiben. So geschehen im Frühjahr 2010: Greenpeace vs. Nestlé bezüglich der Verwendung von Palmöl in Kitkat-Schokoriegeln. Eine erfolgreiche Greenpeace-Kampagne in Zusammenarbeit mit der Social Web Community (vgl. Blog von Greenpeace International).

Aus PR-Sicht kann man die Greenpeace-Kampagne aber auch kritisch sehen. Mirko Lange von talkabout bezeichnet sie in seinem Blog als "rechthaberisch, verletzend, schädigend, polemisch und manipulativ". Sein Fazit: "Schade eigentlich um das Social Web. Denn durch solchen Missbrauch könnte bald das Medium in Verruf geraten." Eine spannende (und ausgiebige) Debatte in Form von Kommentaren zu seinem Blog ist die Folge.

Konia macht sich keine Sorgen um das Social Web. Nur weil die Torsperre aufgehoben ist, muss nicht alles schlechter werden - schließlich wuchsen und gediehen auch unsere Städte. Aber PR-Manager müssen sich eben im Bereich Social Media fortbilden - Konia könnte da einen sehr guten Dozenten empfehlen ;o)

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